Reservisten- und Veteranenkameradschaft Pfronten

Mitglied im Verband der Reservisten der Deutschen Bundeswehr e.V.

 

 

Presseinformation

 

 

Wider das Vergessen der Kriegsopfer

Feierliche Bergmesse der Spielhahnjäger auf dem Falkenstein bei Pfronten

 

60 Jahre nach Ende des II. Weltkrieges gedachte die Kameradschaft der Spielhahnjäger im Beisein vieler ehemaliger und aktiver Soldaten bei einer feierlichen Bergmesse auf dem Falkenstein den fast 14.000 Kriegsopfern der 97. Jägerdivision. Auch zahlreiche Einheimische und Gäste hatten sich an dem stattlichen Kreuz unterhalb der Burgruine am Falkenstein eingefunden. Die Anlage rings um das Kreuz war mit viel Aufwand durch die Spielhahnjäger, der Pfrontener Reservisten- und Veteranenkameradschaft und des Bauhofs der Gemeinde rechtzeitig neu gestaltet worden und bot den würdevollen Rahmen für die feierliche Bergmesse.

 

Die Pfrontener Harmoniemusik  umrahmte mit der Deutschen Messe von Franz Schubert die heilige Messe. Wie in den vergangenen Jahren zelebrierte auch heuer den Gottesdienst das Mitglied der Spielhahnjäger, Pfarrer Stefan Ried aus Lengenwang. In seiner Ansprache machte er den Zuhörern Mut zu der Vergangenheit zu stehen: „Dem vielgestaltigen Gott vertrauen wir unsere gefallenen und verstorbenen Soldaten und deren Angehörige an. Er wird Ihnen gerecht werden, davon bin ich überzeugt. Unsere Soldaten waren keine Übermenschen, keine Helden, sie waren aber auch keine Verbrecher! Sie waren Menschen wie du und ich, die wir nicht heilig sprechen, aber auch nicht kriminalisieren lassen.“ Bei der Wandlung feuerten die Kanoniere der Pfrontener Reservistenkameradschaft mit ihrer historischen bayerischen Kanone den Salut.

 

Zur Ehrung der Toten legte Manfred Hailer, 2. Vorsitzender der Gebietskameradschaft, einen Kranz für die Gefallenen der 97. Jägerdivision, den Spielhahnjägern, am Ehrenmal nieder. Dazu intonierte die Harmoniemusik das Lied vom Guten Kameraden, wieder begleitet vom Salut der Kanone und dem lang anhaltenden Echo von den Bergen ringsum.

 

Oberstleutnant Jürgen Bestehorn, Kommandeur des Gebirgspanzerartilleriebataillons 225 aus Füssen, dem Patenbataillon der Spielhahnjägerkameradschaft, verglich in seiner Ansprache die Situation der Soldaten von damals und heute. Die heutigen Soldaten bilden bei ihrem Einsatz eine Schicksalsgemeinschaft auf Zeit, um dann wieder Zuhause bei Familie und Freunden zu sein. Die Spielhahnjäger, denen wir hier gedenken, hatten nicht diese Perspektive. Ihnen hat keiner gesagt, wann sie wieder nach Hause dürfen. Daraus hat sich eine Kameradschaft gebildet, die lang über das Ende des Krieges hinaus anhält. Belastungen, Entbehrungen und das gemeinsam Erlittene führen eben zu einer Bindung, die mit heutigen Maßstäben kaum noch messbar sind. Deshalb stehen wir heute hier. Den jungen Soldaten der Bundeswehr gibt er mit auf den Weg: “Lebt die Kameradschaft, wie sie Generationen von deutschen Soldaten vor Euch gelebt haben. Sie ist es, die Sie und damit auch uns hier und heute zusammenführt.“

 

Die Grüße der Gemeinde und des Gemeinderates von Pfronten überbrachte 2. Bürgermeister Walter Moller. Er zeigte sich tief beeindruckt, dass seit 1967 jährlich die Bergmesse zum Andenken an die gefallenen und gestorbenen Spielhahnjäger in einem so würdigen Rahmen gefeiert wird. Ausdrücklich bedankte er sich bei der Pfrontener Reservistenkameradschaft dafür, dass auch die jungen Kameraden die gute Tradition fortsetzen und den Spielhahnjägern die ihnen gebührende Ehre erweisen.

 

„Wir sind angetreten der Kriegsopfer insgesamt zu gedenken und an diesem historischen Ort besonders denen der 97. Jägerdivision, den Spielhahnjägern“, betonte der Vorstand der Pfrontener Reservisten- und Veteranenkameradschaft, Obermaat d.R. Horst Schädtler, in seiner Antwort. „Wir sind gegen die Verherrlichung der Gewalt, erhalten und pflegen aber das Andenken an unsere Väter und setzen uns gegen das Vergessen ein“. Er dankte der befreundeten Reservistenkameradschaft aus Gieingen / Brenz, die mit ihrer Fahnenabordnung gekommen sind, um das gemeinsame Bestreben zu verdeutlichen.

 

Der 2. Vorsitzende der Gebietskameradschaft Allgäu-Falkenstein, Manfred Hailer, dankte Pfarrer Stefan Ried für seine tief greifenden Worte in der Ansprache, den Fahnenabordnungen, sowie der Harmoniemusik für die musikalische Umrahmung. Dank gebührt auch dem Patenkommandeur Oberstleutnant Bestehorn, der Gemeinde Pfronten und der Reservistenkameradschaft für die Mithilfe bei der Neugestaltung der Anlage und der Durchführung der Bergmesse.

Er begrüßte auch ganz herzlich alle Besucher die den Weg nach Pfronten und auf den Falkenstein auf sich genommen haben, um an der Bergmesse teilzunehmen. Besonders bedankte sich Hailer bei dem ehemaligen Füssener Patenkommandeur Oberstleutnant Werner Christmann, der, statt seinen Geburtstag zu feiern, mit seiner Familie von seinem derzeitigen Dienstort an der Artillerieschule in Idar-Oberstein extra gekommen ist.

 

Die diesjährige Bergmesse auf dem Falkenstein klang aus mit einem Zusammensein der ehemaligen  und aktiven Soldaten sowie der Besucher im Burghotel Falkenstein, das die Pfrontener Harmoniemusik feierlich gestaltete.

                                             

 

Anlage: Pressefoto

Herkunft: Privat

 

Feierliche Bergmesse auf dem Falkenstein zum Andenken an die fast 14.000 Kriegsopfer der 97. Jägerdivision, zelebriert von Pfarrer Stefan Ried aus Lengenwang

Bernd Kluth

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