Zur Ehrung der Toten legte Manfred Hailer, 2. Vorsitzender der Gebietskameradschaft, einen Kranz für die Gefallenen der 97. Jägerdivision, den Spielhahnjägern, am Ehrenmal nieder. Dazu intonierte die Harmoniemusik das Lied vom Guten Kameraden, wieder begleitet vom Salut der Kanone und dem lang anhaltenden Echo von den Bergen ringsum.
Oberstleutnant Jürgen Bestehorn, Kommandeur des Gebirgspanzerartilleriebataillons 225 aus Füssen, dem Patenbataillon der Spielhahnjägerkameradschaft, verglich in seiner Ansprache die Situation der Soldaten von damals und heute. Die heutigen Soldaten bilden bei ihrem Einsatz eine Schicksalsgemeinschaft auf Zeit, um dann wieder Zuhause bei Familie und Freunden zu sein. Die Spielhahnjäger, denen wir hier gedenken, hatten nicht diese Perspektive. Ihnen hat keiner gesagt, wann sie wieder nach Hause dürfen. Daraus hat sich eine Kameradschaft gebildet, die lang über das Ende des Krieges hinaus anhält. Belastungen, Entbehrungen und das gemeinsam Erlittene führen eben zu einer Bindung, die mit heutigen Maßstäben kaum noch messbar sind. Deshalb stehen wir heute hier. Den jungen Soldaten der Bundeswehr gibt er mit auf den Weg: “Lebt die Kameradschaft, wie sie Generationen von deutschen Soldaten vor Euch gelebt haben. Sie ist es, die Sie und damit auch uns hier und heute zusammenführt.“
Die Grüße der Gemeinde und des Gemeinderates von Pfronten überbrachte 2. Bürgermeister Walter Moller. Er zeigte sich tief beeindruckt, dass seit 1967 jährlich die Bergmesse zum Andenken an die gefallenen und gestorbenen Spielhahnjäger in einem so würdigen Rahmen gefeiert wird. Ausdrücklich bedankte er sich bei der Pfrontener Reservistenkameradschaft dafür, dass auch die jungen Kameraden die gute Tradition fortsetzen und den Spielhahnjägern die ihnen gebührende Ehre erweisen.
„Wir sind angetreten der Kriegsopfer insgesamt zu gedenken und an diesem historischen Ort besonders denen der 97. Jägerdivision, den Spielhahnjägern“, betonte der Vorstand der Pfrontener Reservisten- und Veteranenkameradschaft, Obermaat d.R. Horst Schädtler, in seiner Antwort. „Wir sind gegen die Verherrlichung der Gewalt, erhalten und pflegen aber das Andenken an unsere Väter und setzen uns gegen das Vergessen ein“. Er dankte der befreundeten Reservistenkameradschaft aus Gieingen / Brenz, die mit ihrer Fahnenabordnung gekommen sind, um das gemeinsame Bestreben zu verdeutlichen.
Der 2. Vorsitzende der Gebietskameradschaft Allgäu-Falkenstein, Manfred Hailer, dankte Pfarrer Stefan Ried für seine tief greifenden Worte in der Ansprache, den Fahnenabordnungen, sowie der Harmoniemusik für die musikalische Umrahmung. Dank gebührt auch dem Patenkommandeur Oberstleutnant Bestehorn, der Gemeinde Pfronten und der Reservistenkameradschaft für die Mithilfe bei der Neugestaltung der Anlage und der Durchführung der Bergmesse.
Er begrüßte auch ganz herzlich alle Besucher die den Weg nach Pfronten und auf den Falkenstein auf sich genommen haben, um an der Bergmesse teilzunehmen. Besonders bedankte sich Hailer bei dem ehemaligen Füssener Patenkommandeur Oberstleutnant Werner Christmann, der, statt seinen Geburtstag zu feiern, mit seiner Familie von seinem derzeitigen Dienstort an der Artillerieschule in Idar-Oberstein extra gekommen ist.
Die diesjährige Bergmesse auf dem Falkenstein klang aus mit einem Zusammensein der ehemaligen und aktiven Soldaten sowie der Besucher im Burghotel Falkenstein, das die Pfrontener Harmoniemusik feierlich gestaltete.
Anlage: Pressefoto
Herkunft: Privat

Feierliche Bergmesse auf dem Falkenstein zum Andenken an die fast 14.000 Kriegsopfer der 97. Jägerdivision, zelebriert von Pfarrer Stefan Ried aus Lengenwang
Bernd Kluth